Verbundprojekt Kerntechnologie

Die dwerft forscht an der Linked Media Data Cloud (LMDC). Die Cloud soll allen Software-Lösungen in Film und TV eine transparente Möglichkeit von Geben und Nehmen bieten, statt einzelnen Anbindungen einzelner Software-Lösungen. So muss nicht mehr jede Software die Sprache einer anderen Software erlernen um mit ihr kommunizieren zu können, sondern nur noch eine – die der LMDC.

Nutzung von Produktionsmetadaten in der Distribution als Geschäftsmodell
Die in der Produktion eines Filmes erfassten Metadaten werden der Multi-Plattform-Distribution automatisiert bereitgestellt, so dass sie durch verschiedene Nutzergruppen in der Distribution (Produzent, Distributor, Marketing) nutzbar sind. Dazu wird der komplette
Teilbereich der Distribution in die Technologieplattform LMDC integriert – mit allen Akteuren, Technologien und qualitativen wie quantitativen Ansprüchen. Schließlich werden auch Metadaten aus der Zuschauernutzung der Inhalte analysiert und auf die Kerntechnologie gemappt, um den Wertschöpfungskreis zu schließen und neue Produktionen mit einer
Datengrundlage für eine erfolgreiche Distribution auszustatten.

Erforschung und Laborimplementierung der Technologieplattform als semantisch gestützte End-to-End Systemlösung
Mit der Technologieplattform LMDC können Anwendungstools aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette dynamisch vernetzt werden. Ziel ist es, eine Interoperabilität zu x Formaten und Systemen sowie eine modulare Anpassungsfähigkeit an die Marktdynamik zu erreichen.
Die vernetzten Metadaten werden einer Modellentwicklung und der Qualifizierung unterzogen, um sie in der Distribution nutzbar zu machen. Die LMDC besteht aus den Komponenten
1. Digital Media Ontology (DMO) als gemeinsames Sprachmodell
2. semantisch gestützte Datenbank (Triple Store)
3. Abstraktionsschichten zu Systemen und Diensten
4. generische Funktions-Adapter zu Einzelsystemen
5. Metadatenkonverter, Zugriffsmanager, Versionierung, Qualitätsüberprüfung und Analyse

Sichtbarmachung und Nutzung der Metadaten in der Praxis (LMDC-Services)
Die intelligente Nutzung von Metadaten für die Distribution ist möglich, wenn sie für verschiedene Nutzergruppen in der Distribution (Produzent, Distributor, Marketing) sichtbar werden. Dies geschieht über den LMDC-Service DATA TRACKER, der zu jedem Zeitpunkt Zugriff auf alle Metadaten zulässt. Zudem setzen wir auf die beginnende Entwicklung, dass neben dem eigentlichen Filminhalt (geliefert als digitaler Datencontainer) auch ein Metadaten-Container (als zweites Asset) zwingend an Distributoren geliefert werden muss.
Dafür wird der LMDC-Service METADATA MASTERING TOOL (MMT) entwickelt, mit dem diese Metadaten-Container automatisiert gespeichert, versioniert, aufgearbeitet und nach den unterschiedlichen technischen Richtlinien qualitativ, quantitativ geprüft und auf
Knopfdruck an den jeweiligen Distributor (z.B. ARD, BBC, Netflix) zur Verfügung gestellt werden können.
Alle im Produktionsworkflow anfallenden Metadaten werden strukturell in die Digital Media Ontology (DMO) überführt und in einer semantisch gestützten Datenbank (TripleStore) abgelegt. Eine Ebene über dem TripleStore befindet sich die Komponente Abstraktionsschicht.
Diese bildet die Summe aller Kommunikationen zwischen allen datenhaltenden Systemlösungen ab und ist quasi eine Schnittstele, mit der das LMDC-Backend mit jedem Anwendersystem kommunizieren kann, egal von welchem Hersteller es bereitgestellt wird.
Dies gilt selbstredend auch für die in dwerft-2 zu entwickelnden Teiltechnologien und externen Datenquellen, auch sie werden über die Abstraktionsschicht angebunden.
Innerhalb der Abstraktionsschicht und des dwerft-2-TripleStore wird die Digital Media Ontology als gemeinsames Sprachmodell verwendet. Um die Interoperabilität mit externen Datenquellen und Systemlösungen herzustellen, als auch die automatisierte Anreicherung mittels Wissensdatenbanken wie z.B. DBPedia oder Wikidata zu erlauben, wird die DMO auf elementarer Ebene zu anderen externen Ontologien wie EBUCore, DBPedia, BBC u.ä. vernetzt.
Um die heterogene Systemlandschaft der medienproduzierenden Welt sinnvoll miteinander vernetzbar und nutzbar zu machen, bedarf es sowohl einer Versionierungslösung, als auch eines intelligenten Zugriffsmanagements. Die Versionierung sorgt dafür, dass bei allen
(Meta)Datensätzen immer auf einen älteren oder neueren Stand zugegriffen werden kann und nachvollziehbar ist, welches System oder welcher Nutzer ein Metadatum zuletzt geändert hat.
Das Zugriffsmanagement ermöglicht, dass nicht jeder Benutzer in Verbindung mit jedem System alle Daten überschreiben kann, sofern er nicht über die entsprechenden Rechte verfügt, und legt gleichzeitig fest, welche Daten er lesen darf. Beide Komponenten sind Teil der Abstraktionsschicht und werden für jede Systemlandschaft individuell konfiguriert.